Wie effektiv war ein neolitischer Langbogen? - Ein Experiment des NÖ Museums für Urgeschichte, Asparn/Zaya
Am Schießplatz "Totenhauer" des Bundesheeres wurde am 8. Juli 2009 im Zuge einer Marketingkampagne ein Beschusstest zur Durchschlagskraft von Fernwaffen durchgeführt. Zum Einsatz kamen die Rekonstruktion eines neolitischen Langbogens, die Rekonstruktion einer Hornbogenarmbrust, sowie zwei Waffen des Bundesheeres - eine Glock 17 und ein StG 77, auf welche nicht näher eingegangen wird. Beschossen wurden 15x20x50cm große Blöcke aus ballistischer Gelatine (sie simulieren menschliches Gewebe) auf eine Entfernung von 5m. Zudem erfolgte die Messung der Geschoßgeschwindigkeit.
Der 83 Pfund Langbogen des
deutschen Archäologen Robert Graf ließ seinen 47g schweren Pfeil mit einer
Abschussgeschwindigkeit von 44,3m/s 26cm tief in die Gelatine eindringen. Die ca
260 Pfund Armbrust brachte es mit einer Geschwindigkeit von 54,65m/s auf 33cm
Penetrationstiefe, wobei die Holzbefiederung des 56g schweren Bolzens fast zur
Gänze in den Gelatineblock eingedrungen war.
Alles in allem ein interessanter
Test - welcher sicher auf einen größere Entfernung zu wiederholen wäre, da sich
zumindest der Armbrustbolzen erst nach etwa 10 bis 15m Flug zu stabilisieren
beginnt und bis dahin mit seinem hinteren Ende nach unten geneigt auf das Ziel
trifft. Weiters wäre zu prüfen, wie stark sich die Holzbefiederung auf das
Penetrationsverhalten in der Gelatine auswirkt.
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Links zu ausführlichen Testberichten:
http://www.urgeschichte.com/news/beschussexperiment/beschussexperiment.pdf
http://www.huscarl.at/wissenschaft40.php