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Südbayerische Vogelarmbrust des 19. Jh. Beim Vogelschießen wurde mit der Armbrust auf einen auf 30 oder 35m an einer Stange waagerecht oder senkrecht montierten Holzvogel geschossen. Verwendet wurden dazu schwere, stumpfe Bolzen an denen ein Visierkorn angebracht war, welches gemeinsam mit einem Verstelldiopter die Visiereinrichtung bildete. In ihrer einfachen Form sind die Wurzeln der mittelalterlichen Armbrust noch deutlich zu erkennen. Anstelle einer Nuss wird ein bereits im 16. Jh. entwickeltes Klappenschloss verwendet, bei welchem die mit einer Wippe gespannte Sehne in einer Spannkerbe der Säule liegt. Beim Schuss gibt ein dreiachsiges, deutsches Stecherschloss die Sehne frei. Der 2260g schwere Stahlbogen dessen Zuggewicht nach 140mm Sehnenweg bei ca 500kg liegt, wird durch eine Spannringschraube und starke Bogeneisen samt Querschrauben in der Säule fixiert. Ursprünglich befand sich am Bogenrücken ein sichernder Lederstreifen und eine Schnurumwindung. Die Geschoßgeschwindigkeit dieser funktionstüchtigen "halben Rüstung" liegt für einen 53g schweren Bolzen bei ca 61 und für einen 105g schweren Bolzen bei 51,5 m/s. |
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Literatur: Richter Holger, Die Kunst der
Armbrustmacher in Dresden, Sax-Verl, Beucha 2008. |