Spreizfederschloss (Schloss und Schlüssel: A. Bichler)

Neben den fest integrierten Schlössern existierten im Mittelalter auch lose, an einer Schließfalle zu verwendende Vorhängeschlösser. Diese zu den Spreizfederschlössern zählende Variante wurde mit einem Steckschlüssel geöffnet - ihre Entwicklung dürfte bereits in die späte La-Tène-Zeit zurückgehen. Relativ selten ist allerdings das Vorkommen solcher Schlösser aus Buntmetall, welchen diese kleinformatige, nur 43mm lange Rekonstruktion zuzuordnen ist. Sie dürften vorwiegend dem Verschluss kleiner Kästchen gedient haben.

Literatur:
Egan Geoff, The Medieval Household, Daily Living c.1150-c.1450, Museum of London (Hrsg.), Medieval Finds from Excavations in London, Bd.6, The Stationery Office, Norwich 1998.

Krabath Stefan, Die hoch- und spätmittelalterlichen Buntmetallfunde nördlich der Alpen, Eine archäologisch-kunsthistorische Untersuchung zu ihrer Herstellungstechnik, funktionalen und zeitlichen Bestimmung, Internationale Archäologie, Bd.63, Verlag Maria Leidorf GmbH, Rahden 2001.