Kanne mit Ringgriff

Drechselkanne von  der Runneburg  / Weißensee

Reproduktion einer Drechselkanne, basierend auf dem bislang einzig vollständig erhaltenen Stück aus dem Brunnen der Runneburg (D), von welcher zudem unvollständige Parallelen zB aus Budapest oder den Freiburger Augustiner Eremiten Kloster bekannt sind. Die ca 40cm hohe Kanne, zählt wohl zu den Zeugnissen höchster mittelalterlicher Drechselkunst. Im Codex Manesse ist in den Miniaturen des "Steinmar", beim "Jungen Meißner" und beim "Marner" der gleiche Kannentyp dargestellt. Auffallend an den Miniaturen und dem Fundstück sind die umlaufenden Ringe, welche auf eine stilisierte Bindung mit Ruten, wie sie bei geböttcherten Behältnissen auftritt, schließen lassen.

 

Literatur:
Müller Ulrich, Holzfunde aus Freiburg und Konstanz, Herstellung und Funktion einer Materialgruppe aus dem späten Mittelalter, Landesdenkmalamt Baden Württemberg (Hrsg.), Forschungen und Berichte der Archäologie des Mittelalters in Baden-Württemberg, Bd.21, Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1996.

Stolle Thomas: Die Holz- und Lederfunde aus dem Brunnen der Runneburg und ihr Vergleich mit Abbildungenaus der Zeit um 1300, in: Burg Weissensee ''Runneburg'', Thüringen, Bd. 3, 1998, S. 106-127.