Beutel und Tasche aus Leder (alle Stücke: A. Bichler)

 

Die mittelalterliche Kleidung besaß keine eingearbeiteten Taschen, so war man für die Aufbewahrung von Geld und Gebrauchsgegenständen wie Schlüssel, Schmuck, Schreibtäfelchen etc. auf Beutel und Hängetaschen angewiesen, die man am Gürtel oder einem Band über die Schulter trug. Sie waren sichtbares modisches Accessoire der höheren Stände und ursprünglich zur Austeilung von Geldalmosen für die Armen bestimmt, bestanden aus Stoff oder Leder und besaßen einen trapezförmigen Zuschnitt. Ein bedeutendes Herstellungszentrum von aufwendig bestickten Beuteln, die religiöse oder Minneszenen darstellten, war im 13. und 14. Jh. Paris.

 

Literatur:
Schnack Christiane, Mittelalterliche Lederfunde aus Konstanz (Grabung Fischmarkt), Landesdenkmalamt Baden-Württemberg (Hrsg.), Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1994.

Schnack Christiane, Mittelalterliche Lederfunde aus Schleswig - Futterale, Riemen, Taschen und andere Objekte, Ausgrabung Schild 1971-1975, Volker Vogel (Hrsg.), Ausgrabungen in Schleswig, Bd.13, Karl Wachholtz Verlag, Neumünster 1998.